Beachtenswert für KMU

Kritische Erfolgsfaktoren für die Umsetzung von BGM in kleinen und mittleren Unternehmen.

Was sind nun die wirklich zentralen kritischen Erfolgsfaktoren für ein erfolgreiches BGM in kleinen und mittleren Unternehmen? Wir haben dazu im Rahmen eines von der Metropolregion Nordwest geförderten Projekts verschiedene ExpertInnen (BGM-Akteure, aber auch KMU, die BGM bereits umgesetzt haben) befragt. Das überraschende Ergebnis:

 

! „BGM ist auch für kleine und mittlere Unternehmen möglich!

Es muss nicht immer das große Ganze sein: Fangt klein an!“

 

Im Zuge der weiteren Auswertung haben die ExpertInnen folgende 6 kritische Erfolgsfaktoren als wichtige Kriterien benannt

  • Führung Open or Close

    Die Akzeptanz des BGM in einem Unternehmen ist für den Erfolg von zentraler Bedeutung - der entscheidende Erfolgsfaktor, insbesondere für die ersten Schritte im BGM, ist die Überzeugung der Unternehmensleitung! UnternehmerInnen können nicht erwarten, dass ihre Belegschaft Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements akzeptiert, wenn sie selbst nicht vom Nutzen dieses Vorhabens überzeugt sind. BGM ist ein Instrument, das von der gesamten Führung getragen werden muss, ansonsten versanden Maßnahmen und das Vorhaben wird schnell frustriert ad acta gelegt.

    Die gesamte Führung? Ja! Führungskräfte stellen wichtige Schlüsselpersonen im Betrieb dar, die so manches Mal näher an der Belegschaft sind, als die Unternehmensleitung, natürlich je nach Betriebsgröße und –struktur. Führungskräfte sind die treibenden Kräfte im Unternehmen, die durch ihr Verhalten und ihre Einstellung zum Thema wesentlichen Einfluss auf die Akzeptanz des BGM bei den MitarbeiterInnen ausüben. Daher sollten Führungskräfte als eine wichtige Gruppe betrachtet werden, die von Beginn an in den Prozess des BGM miteinzubeziehen ist.

    Zudem sollte die Zuständigkeit für das BGM im Unternehmen klar geregelt sein und auf mehrere MitarbeiterInnen übertragen werden, um so eine Überforderung mit zusätzlichen Aufgaben zu vermeiden.

    BGM ist erfolgreicher, wenn…

    ... BGM von der Unternehmensleitung und den Führungskräften als sinnvolle und nutzbringende Maßnahme betrachtet und akzeptiert werden.

    ... die Umsetzung auf mehrere personelle Säulen gestützt wird.

  • Gesamtstrategie Open or Close

    Für ein erfolgreiches und nachhaltiges BGM ist es wichtig, sich bei der Umsetzung nicht auf Einzelaktionen zu beschränken und BGM isoliert in das Unternehmen hineinzutragen. BGM ist vielmehr als langfristige Gesamtstrategie in das Unternehmen und muss in die vorhandenen Prozesse zu eingebunden werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie ein kompliziertes und umfangreiches Managementsystem im Unternehmen umsetzen müssen! Klar sollte aber sein, wo die Reise hingehen soll! Klären Sie auch, welche bestehenden Gegebenheiten im Unternehmen gut genutzt werden können und wie Sie die Bedürfnisse der MitarbeiterInnen entsprechend berücksichtigen können.

    Für eine erfolgreiche Umsetzung ist es zudem notwendig, erreichbare Ziele zu formulieren und Abstand davon zu nehmen, zu viele „Baustellen“ auf einmal zu bearbeiten. Stattdessen ist es wichtig, BGM Schritt für Schritt in das Unternehmen einzuführen und Themen systematisch und nacheinander zu bearbeiten. Hierdurch wird einerseits eine Überforderung mit dem neuen Themenfeld vermieden und zudem dazu beigetragen, dass finanzielle und personelle Ressourcen effektiv eingesetzt werden.

    BGM ist erfolgreicher, wenn…

    … das Vorhaben als langfristige Gesamtstrategie in das Unternehmen eingegliedert wird.

    ... die Gegebenheiten und Bedürfnisse genutzt werden.

    ... es schrittweise in das Unternehmen eingeführt wird.

    ... erreichbare und klar formulierte Ziele verfolgt werden.

     

  • MitarbeiterInnenbeteiligung Open or Close

    Für den Erfolg des BGM ist es erforderlich, die MitarbeiterInnen ausführlich über den Nutzen des Vorhabens zu informieren und auf unterschiedliche Weise an der Umsetzung zu beteiligen.

    Bekanntmachungen sollten dabei jedoch nicht nur auf schriftlichem Wege (z.B. durch einen Aushang am Schwarzen Brett oder einen Newsletter per E-Mail) erfolgen. Wenn Sie Ihre MitarbeiterInnen für Maßnahmen zu Gesundheit im Betrieb gewinnen wollen, ist es wichtig, diese persönlich anzusprechen und zu motivieren. Nutzen Sie insbesondere die kurzen Wege zu Ihren MitarbeiterInnen, wenn Ihr Betrieb dies zulässt. Wenn Ihr Betrieb dies nicht zulässt, versuchen Sie trotzdem direkt mit Ihrer Belegschaft in Kontakt zu treten, um sie von dem Vorhaben BGM zu überzeugen und sie mit ins Boot zu holen.

    Es zeigt sich, dass MitarbeiterInnen, die vom Nutzen des BGM überzeugt sind, skeptische und unentschlossene MitarbeiterInnen mitziehen und motivieren können. Neben der persönlichen Ansprache, sollten Sie Ihrer Belegschaft auch die Möglichkeit geben, am Prozess des BGM mitzuwirken, damit diese eigene Ideen einbringen können. Dies führt dabei häufig zu praktisch umsetzbaren Maßnahmen, steigert die Qualität der Ergebnisse und motiviert bei der Umsetzung, schließlich dreht es sich bei den meisten zu verändernden Arbeitsbedingungen um die Ihrer MitarbeiterInnen.

    BGM ist erfolgreicher, wenn...

    ... es transparent und umfangreich im Unternehmen kommuniziert wird.

    ... die MitarbeiterInnen die Möglichkeit besitzen, sich aktiv in den Prozess miteinzubringen.

  • Ressourcen Open or Close

    Für den Erfolg des BGM ist es wichtig, dass ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um qualitativ hochwertige und längerfristige Angebote zu schaffen. Es bestehen finanzielle Möglichkeiten das Vorhaben BGM zusätzlich zu fördern:

    Fördermöglichkeiten

    Für BGM braucht man Zeit. Es ist erforderlich, dass den zuständigen MitarbeiterInnen genügend Arbeitszeit eingeräumt wird, um sich den Aufgaben des BGM zu widmen. BGM sollte nicht als zusätzliche Belastung empfunden werden oder gar zu einer Überforderung der MitarbeiterInnen führen. Ggf. können hier externe PartnerInnen effektiv für Entlastung sorgen.

    BGM ist erfolgreicher, wenn…

    … ausreichend finanzielle, personelle und zeitliche Ressourcen zur Verfügung stehen.

    … externe Fördermöglichkeiten genutzt werden.

    … externe PartnerInnen zur professionellen Unterstützung hinzugezogen werden.

  • Ganzheitlichkeit Open or Close

    BGM beruht auf dem Prinzip der Ganzheitlichkeit. Das bedeutet, dass BGM nicht nur am Verhalten der MitarbeiterInnen ansetzt, um die Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu fördern, sondern ebenfalls die Arbeitsverhältnisse (Arbeitsorganisation, Arbeitsklima, etc.) verändert, in denen MitarbeiterInnen arbeiten. Dabei zeigen zahlreiche Untersuchungen, dass besonders zwischen den Arbeitsbedingungen und der Gesundheit der Belegschaft ein Zusammenhang besteht. Schlechte Arbeitsbedingungen können sich negativ auf die psychische und physische Gesundheit der MitarbeiterInnen auswirken. Aus diesem Grund zielt BGM darauf ab, die Verhältnisse im Unternehmen zuerst so zu gestalten, dass im zweiten Schritt Betriebliche Gesundheitsförderung bei den MitarbeiterInnen ermöglicht werden kann.

    BGM ist erfolgreicher, wenn…

    … nicht nur das Gesundheitsverhalten, sondern vor allem die Verhältnisse im Betrieb optimiert werden.

     

     

  • Externe PartnerInnen Open or Close

    BGM ist ein langer Prozess, der individuell für jedes Unternehmen zu gestalten ist und sowohl mit Erfolgen als auch mit Misserfolgen einhergeht. Von daher ist es ratsam, ExpertInnen für das Betriebliche Gesundheitsmanagement in diesen Prozess einzubeziehen. Diese stehen Ihrem Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite. Diese Kooperationen können von einer ganzheitlichen Prozessberatung bis hin zu einzelnen BGM-Bausteinen reichen, wie etwa Stressmanagementkursen oder Ergonomieberatungen.

    Das Rad muss nicht ständig neu erfunden werden! Setzen Sie von daher auf diejenigen, die Erfahrungen im Umgang mit den Aspekten des Betrieblichen Gesundheitsmanagements gemacht haben und ihr Angebot professionell umsetzen. Dabei ist die Kooperation mit Kostenträgern besonders günstig, da diese sogar einen Teil der Kosten übernehmen.

    Ein weiterer Vorteil ist, dass durch die Neutralität externer Personen betriebliche Strukturen und Prozesse in einem anderen Licht wahrgenommen werden.

    BGM ist erfolgreicher, wenn…

    ... externe PartnerInnen mit von der Partie sind und ihr Know-how in den Prozess einfließen lassen.

Weiterführende Informationen
In der Datenbank finden Sie unter dem Stichwort BGM konkrete, regionale Ansprechpartner für die Umsetzung oder die Weiterbildung.
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